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Halbsichtigkeit - Ein Roman, den jeder anders verstehen kann Corinna John

SF gibt's viel. Gute SF sehr viel weniger. Ein neues SF-Genre zu schaffen, hat absoluten Seltenheitswert. Corinna John hat das mit "Halbsichtigkeit" hinbekommen - ein Genre der "SynnFiction", indem sie die Themen Synästhesie (eine vergleichsweise seltene Form der Wahrnehmung) mit SF auf das Innigste verbindet. In diesem locker-flüssig geschriebenen Roman ist Synästhesie die typische Art der Wahrnehmung und der Nichtsynnie bildet die Ausnahme. Wie sich das im Alltag auswirken kann? Lesen! Absolut empfehlenswert für alle, die Interesse an Synästhesie, SF und Computerei haben! Doch Vorsicht: Stellenweise ist Mitdenken gefragt - und das macht die Geschichte nur umso reizvoller.


Die Gedächtniskünstler Jeffrey Moore

Es ist wie im richtigen Leben: Die meisten Menschen im Roman Die Gedächtniskünstler des 47-jährigen kanadischen Autors Jeffrey Moore sind Zeit ihres Lebens damit beschäftigt, sich besser an das Vergangene erinnern zu können. Noel Burun aber sieht es als seine Lebensaufgabe an, vergessen zu können. Denn das Ausnahme-Genie hat ein nahezu tragisches Talent: Alles, was er jemals gesehen, gehört, geschmeckt und gerochen hat, hinterlässt unauslöschliche Spuren in seinem Hirn. „Wann immer Noel nämlich eine Stimme hörte oder ein Wort las, bildeten sich in seinem Kopf vielfarbige Formen, die ihm als Markierungen und Landkarten dienten und ihm halfen, sich noch im winzigsten Detail an ein Gefühl, eine Stimmung, einen Tonfall und die Worte selbst zu erinnern, die Ereignisse betrafen, die bis zu drei Jahrzehnte zurücklagen." Geschnitten wird seine Geschichte gegen die von Noels Mutter Stella, die mit 56 Jahren an Alzheimer erkrankt -- und gegen die von Noels Freund Norval Yavier Blaquière, einem Dandy und Schöngeist, der Noel nur äußerlich aufs Haar zu gleichen scheint. Und der verpflichtet sich, für ein Kunstprojekt innerhalb eines halben Jahres genauso viele Frauen herumzukriegen, wie das Alphabet Buchstaben zählt.


Der Teufel von Mailand Martin Suter

Sonias Sinne spielen verrückt: Sie sieht auf einmal Geräusche, schmeckt Formen oder fühlt Farben. Ein Aufenthalt in den Bergen soll ihr Gemüt beruhigen, doch das Gegenteil tritt ein: Im Spannungsfeld von archaischer Bergwelt und urbaner Wellness, bedrohlichem Jahrhundertregen und moderner Telekommunikation beginnt ihre überreizte Wahrnehmung erst recht zu blühen oder gerät die Wirklichkeit aus den Fugen?

"Synästhesie wird leider in diesem Buch ein wenig verzerrt dargestellt. Da die synästhetischen Empfindungen der Protagonistin eigentlichs nichts mit dem Hauptplot zu tun haben, bekommt man das Gefühl, dass Synästhesie mehr Aufhänger als Inhalt ist." MJ


Der Hund aus Terracotta: Commissario Montalbano löst seinen zweiten Fall Andrea Camilleri

Commissario Montalbano löst seinen zweiten Fall Commissario Montalbano ist schon ein bißchen überrascht, als der flüchtige Mehrfachmörder Tano u Grecu um seine Verhaftung bittet. Schließlich ist der Commissario, was diese Dinge betrifft, eher an Widerstand gewöhnt. Die Erklärung indes ist einleuchtend: Tano fürchtet seine Feinde in der Mafia mehr als die Polizei - mit Recht, wie sich herausstellt, denn wenig später wird er ermordet. Was zunächst aussieht wie ein typisches Verbrechen der Mafia, entwickelt sich zu einem komplizierten Fall, als Montalbano bei seinen Nachforschungen auf ein weiteres, bereits fünfzig Jahre zurückliegendes Verbrechen stößt. In einer Höhle entdeckt er die skelettierten Leichen eines Mannes und einer Frau in inniger Umarmung, bewacht von einem lebensgroßen Schäferhund aus Terracotta ...