Kinder
Synästhesie ist ein neurologisches Phänomen, welches sich in der Wissenschaft großem Interesse erfreut. In den letzten Jahren ist viel Forschung betrieben worden und viele Publikationen zu diesem Thema sind erschienen. Schon längst ist klar, dass es sich hierum um ein ernst zunehmendes Untersuchungsfeld handelt und es sich keineswegs um bloße Einbildung, Fantasien oder um Esoterik handelt. Dennoch, inwiefern betrifft dieses Phänomen die Kinder?
Eltern:
Eltern wissen oft nicht, wie sie ihren Kindern diesbezüglich begegnen sollen und wie man einem Kind das Phänomen der Synästhesie erklärt. Kaum ein Lehrer oder Schulpsychologe verfügt über ausreichende Kenntnisse von diesem Phänomen.
Kinder haben noch einen bewussteren Zugang zu ihrer Wahrnehmung. Darum ist es ungemein wichtig, dass man die synästhetisch veranlagten unter ihnen bei der Entdeckung ihrer Synästhesie unterstützt. Dies kann die Entwicklung des Kindes in verschiedenen Bereichen wie Lernen, Kreativität oder einfach in der Fähigkeit, verschiedene Wahrnehmungen bewusst zu erleben, positiv beeinflussen.
Eltern, die Synästhesie bei ihren Kindern feststellen, sollten sich selbst überlegen, ob sie nicht auch Synästhetiker sein könnten. Synästhesie ist vererblich, oft von der Mutter auf die Kinder.
Danach sollte man im Dialog mit den Kindern immer wieder mit verschiedenen Wahrnehmungen, wie Geräusche oder Geschmäcker die Synästhesie entdecken.
Außerdem sollte man den Kindern klarmachen, dass das etwas ganz Normales ist, etwas was andere auch haben. Der Zugang zur synästhetischen Wahrnehmungswelt kommt nicht ganz automatisch. Kinder sind noch sehr offen für Synästhesie und wenn sie Raum finden, um es befreit erleben zu können, fördert man automatisch das bewusste Erleben.
Durch Unkenntnis der Eltern kann Synästhesie unterdrückt werden. Wenn ein Kind beim Versuch, über die synästhetische Farbenwelt zu sprechen, auf Ablehnung oder Unverständnis stößt, dann führt das zu einer Einschüchterung und Synästhesie wird vom Kind negativ assoziiert.
Gehen sie mit ihrem Kind spielerisch an die Sache ran und genießen Sie es!
Schule:
In verschiedenen Untersuchungen wurde gezeigt, dass Synästhetiker verwirrt sind und schlechter abschneiden, wenn sie z.B. Zahlen in einer für sie inkongruenten (also sujektiv falschen) Farbe auswendig lernen müssen. Dieser Effekt kann auch im Klassenzimmer vorkommen, nämlich dann, wenn Synästhetiker farbige Lernhilfen gebrauchen sollen.
Ich fände es als erachtenswert, wenn die Schule Synästhesie-Mediation, ein Konzept für die Vermittlung der Synästhesie im Klassenzimmer, anbieten würde.
Wir sind der Meinung, dass zumindest alle Lehrer wissen sollten, was Synästhesie ist und sich bewusst sind, dass bis zu 4 Schüler in der Klasse davon ‘betroffen' sein könnten. Dies würde bedeuten, das Synästhesie ein bildungspolitisches Thema werden müsste.
Hier gibt es weitere Informationen über Lernen und Schule
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[i] Mnemonische Techniken nennt man Methoden, mit welchen man Informationen "bündeln" kann. Ein bekanntes Bespiel ist: "Mein Vater Erklärt Mir Jeden Sonntag Unsere Neun Planeten".