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FAQ - Häufig gestellte Fragen über Synästhesie

Allgemeines / Wissenschaft

Ist Synästhesie selten oder häufig?
Was heisst das Wort Synästhesie?
Kann man die genuine Synästhesie unterteilen?
Was für verschiedene Synästhesietypen gibt es?
Welche Art von Synästhesie ist am häufigsten?
Ist Synästhesie vererbbar?
Sind weibliche Synnies in der Überzahl?
Was sind die Merkmale von genuiner Synästhesie?
Kann man Synästhesie erwerben?
Kann man Synästhesie verlieren?
Was sind die neurologischen Mechanismen von Synästhesie?
Wie interagiert das Farbsehzentrum (V4/V8) bei einer Synästhetischen Wahrnehmung?
Was ist ein Stroop-Effekt?
Gibt es neue Untersuchungen zur graphemischen Synästhesie?

Was ist der Unterschied zwischen Projektor- und Assoziationssynästhetiker?

Wahrnehmung
Kann man Synästhesie abschalten?
Nimmt man Synästhesie die ganze Zeit wahr?
Nehmen alle Synästhetiker dasselbe wahr?
Hat man durch Synästhesie einen Vor- oder Nachteil?
Was erlebt ein Synnie, wenn er Musik hört?


Soziales
Wie erklär ich einem Mitmenschen in wenigen Sätzen was Synästhesie ist?
Wie kann man herausfinden, ob jemand Synästhesie hat? (Synnietest)
Hat Synästhesie einen Einfluss in der Schule?
Kann man generelle Aussagen über das Wesen von Synästhetikern machen?


Anderes

Erleben Nicht-Synästhetiker auf LSD Synästhesie?
Wie äussert sich die Synästhesie unter LSD?
Wie lange ist Synästhesie schon bekannt?
War Kandinsky ein Synästhetiker?
Haben auch andere Tiere Synästhesie?

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Allgemeines / Wissenschaft
Ist Synästhesie selten oder häufig?
Die Frage nach der Häufigkeit von Synästhesie ist noch nicht ganzheitlich geklärt. 1:2000[1] oder 1:200[2] sind häufig zitierte Schätzungen, was leider annehmen liess, dass es sich um ein seltenes Phänomen handelt. Neuere Studien zeigen aber, dass Synästhesie weitaus häufiger auftritt: Etwa 5 % der Probanden hatten mindestens eine Synästhesie[3]. Die wirkliche Häufigkeit dürfte noch grösser sein[4]. Synästhesie sollte deswegen auch nicht als etwas „Abnormales" oder „Spezielles" taxiert, sondern als ein normales Phänomen, was weit verbreit ist, angeschaut werden. Es braucht anfänglich eine Überwindung, seine Hemmungen zu überspringen. Meine Erfahrung ist, dass wenn man Menschen nach den Farben der Buchstaben fragt, sehr bereichernde Gespräche entstehen können. Deswegen ist der Dialog zwischen Synästhetikern, wie auch zwischen Nicht-Synästhetikern, förderlich und wichtig.

Was heisst das Wort Synästhesie?

Das Wort Synästhesie kommt vom Altgriechischen σύν (syn), „Zusammen" und αἴσθησις (aisthēsis), ‚Empfinden'. Der erste Bericht über einen Synästhetiker stammt von dem Augenarztes Thomas Woolhouse im Jahre 1710 ,in welchem er einen blinden Patienten mit Farbwahrnehmung beschreibt[5]. Zum ersten Mal wurde das Wort "Synaesthesia" von Mary Calkins, gegen Ende des 19. Jahrhunderts gebraucht.

Kann man die genuine Synästhesie unterteilen?
Ja. Man könnte folgende Unterteilung machen, welche aber sicherlich nicht allumfassend ist:

  • Sensorische Synästhesie (ausgelöst durch unsere Sinnesorgane)
  • Kognitive Synästhesie (Kalender- und graphemische Synästhesie)
  • Emotionale Synästhesie (ausgelöst durch Emotionen)

Auch das Wahrnehmen der Körperlage (Propriozeption) oder der inneren Organe (Enterozeption) können synästhetische Empfindungen auslösen. Man erkennt, dass es eine Vielzahl von möglichen Synästhesien gibt. Gewisse kommen häufiger vor als andere. Gewisse Synästhesien machen sich auch nicht so leicht bemerkbar und es braucht seine Zeit, bis man sie bewusst wahrnehmen kann.

Was für verschiedene Synästhesietypen gibt es?
Es ist nicht möglich, auf alle Synästhesietypen einzugehen, zumal gewisse Formen von Synästhesie sehr schwer zu erkennen sind. Häufige Synästhesien wie farbige Buchstaben oder Formen zu Musik sind viel einfacher zu erfahren, als z.B. der Ton einer Farbe oder der Geschmack eines Gesichtes. Prinzipiell können alle Sinne miteinander verkoppelt werden. Diese können aber auch mit kognitiven Vorgängen oder mit anderen Köperwahrnehmungen (z.B. Hunger) verschmolzen sein. Es ist manchmal schwierig abzuschätzen, ob es sich um Synästhesie handelt oder ob das bei allen Menschen so ist. Es gibt auch sehr skurrile Formen von Synästhesie, wie der einmalig dokumentierte Fall eines Synästhetikers, der bei gewissen Worten eine gewisse Körperposition einnehmen muss[1]. Es gibt viele verschiedene mögliche Typen von Synästhesie, diese alle aufzählen zu wollen macht aber keinen Sinn. (more)

Welche Art von Synästhesie ist am häufigsten?
Die graphemische Synästhesie[6] (farbige Buchstaben und Zahlen) und die Kalender-Synästhesie[7] (farbige Wochentage) werden als die häufigsten Synästhesien gewertet. Die Fähigkeit, Musik in Farben und Formen zu sehen, zählt ebenfalls als häufig beschriebene Art.

Interessanterweise sitzen die Regionen, die für die Erkennung der Buchstaben und die für die für Farben im Gehirn zuständig sind, direkt nebeneinander[3]. Dies könnte vielleicht auch erklären, wieso diese Form häufiger auftritt.

Ist Synästhesie vererbbar?

Verschiedene Untersuchungen haben gezeigt, das Synästhesie in Familien gehäuft vorkommen: 42% der befragten Synästhetiker konnten von einem Nahverwandten berichten, der ebenfalls Synästhesie hatte[8]. Die Theorie, Synästhesie werde X-Chromosomal weitervererbt[1], Die Theorie, Synästhesie werde X-Chromosomal weitervererbt[3], ist gerade eben von einer Studie aus verworfen worden. Mehrere Familien mit Synästhetikern wurden genetisch „gescannt". Man hat verschiedene Gen-Regionen auf den Chromosomen 2, 5, 6 und 12 entdeckt, welche für Synästhesie verantwortlich sein könnten oder zumindest einen Einfluss darauf haben. Die Vererbung rund um Synästhesie scheint komplexer zu sein, als man zuerst dachte[33].

Genetische Faktoren können nicht alleine die Ausbildung von Synästhesien erklären. So wurde gezeigt, dass bei zweieiigen Zwillingen[9], welche genetisch ja identisch sind, verschiedene Synästhesien entstanden sind. Daher könnten auch andere Einflüsse wie Hormone mitverantwortlich sein.

Sind weibliche Synnies in der Überzahl?
Lange ging man davon aus, dass Frauen sehr viel häufiger (6:1) Synästhesie haben als Männer[1]. Doch diese Meinung ist mittlerweile umstritten. So wurde bei einer Untersuchung von Studenten und Museumsbesuchern kein Unterschied in Geschlechterverteilung unter Synnies entdeckt[3]. Man schlägt heute vor, dass es entweder keinen Unterschied gibt oder dass der Unterschied nicht so gross sei.
Es ist aber unverkennbar, dass Frauen sich häufiger für Synästhesie interessieren. So melden sich meist viel mehr Frauen als Probanden bei Synästhesie-Untersuchungen, wie auch die Frauen in Synästhesie-Foren eine grössere Fraktion stellen. Dies kann man vielleicht damit erklären, dass Frauen eventuell offener sind, über ihre eigenen Gefühle und Wahrnehmungen zu sprechen.

Was sind die Merkmale von genuiner Synästhesie?
Es werden immer wieder Merkmale der genuinen Synästhesie genannt, diese weichen aber teilweise voneinander ab. Hier sollen einige Merkmale, welche sinnvoll erscheinen, aufgelistet werden.

  • Synästhesie ist unfreiwillig und automatisch; braucht aber einen Auslöser.
  • Synästhetische Bilder können in den Raum ausgeweitet sein, d.h. dass sie oft an einem bestimmten Ort lokalisiert werden. Dies ist aber nicht immer der Fall. Musik gehört durch einen Kopfhörer, wird eher „im Kopf" gesehen.
  • Synästhesie wird nicht einfach vergessen. Manchmal bleibt die synästhetische Wahrnehmung stärker im Gedächtnis hängen, als der eigentliche Stimulus. („Sie hatte einen weißen Namen, entweder Sandra oder Cynthia...")
  • Synästhesie ist konstant über die Zeit. (Buchstaben haben immer die gleiche Farbe)
  • Synästhesie ist unidirektional. (Verläuft nur in einer Richtung: Der Gedanke an die 5 weckt die Empfindung von orange; der Gedanke an Orange weckt aber nicht die Empfindung von 5.) Neuere Forschung zeigt aber, dass Synästhesie teilweise auch bidirektional sein kann[10].
  • Synästhetische Bilder basieren auf einfachen und abstrakten Formen.
  • Synästhesie erscheint den Synästhetikern als normal.

Kann man Synästhesie erwerben?
Genuine (angeborene) Synästhesie kann man sich nicht erwerben. Durch Berichte von LSD-Konsumenten wurde erwogen, dass diese Droge Synästhesie induzieren könne, da von Bildern der Musik berichtet wurde. Es eidetische Wahrnehmungsvermögen, welches sich auch durch starke visuelle Bilder zu Musik äußert, wird stark gesteigert.
Epileptische Anfälle im limbischen System können bei Nicht-Synästhetikern Synästhesie hervorrufen[11].

Kann man Synästhesie verlieren?
Es sind Synästhetiker bekannt, die nach einem Schlaganfall oder einem Unfall ihre Synästhesie verloren haben[12]. Ebenfalls könnte exzessiver Drogenkonsum zur Abschwächung führen. Es hat sich gezeigt, das ältere Synästhetiker mehr Mühe haben, ihre Synästhesie wahrzunehmen, während Kinder wohl bewusster auf Synästhesie achten. Dies mag aber individuell verschieden sein.


Was sind die neurologischen Mechanismen von Synästhesie?
Um ehrlich zu sein: Man weiss es nicht genau, und deswegen muss man sich mit den Spekulationen und Theorien, welche vorgeschlagen werden, zufrieden geben. Ich werde mich hier in den FAQ kurz fassen.
Über die Entstehung der Synästhesie auf der neurophysiologischen Ebene wird unter anderem ein Vorschlag gemacht: Bei Neugeborenen sind die neuronalen Bahnen noch nicht fertig spezialisiert, und deswegen findet man innerhalb und zwischen den verschiedenen Regionen mehr Verbindungen als bei Erwachsenen[13]. Man nennt diese neuronale Überlappung Panästhesie. Diese Verknüpfungen werden nach der Geburt durch einen „Beschneidungsprozess" (Process of pruning) abgebaut. Synästhesie könnte ein Resultat vom Fehlen dieses Vorgangs sein (failure of pruning): Gewisse neuronale Bahnen bleiben erhalten und bilden sich zur Synästhesie aus, während die meisten verloren gehen. Das „Failure of pruning" könnte durch ein einzelnes Gen gesteuert und in verschiedenen Orten im Gehirn mit verschiedenem Ausmaß exprimiert werden. Man könnte auch sagen, dass Synästhesie eventuell ein Produkt von zu wenig Hemmung (Inhibierung) von neuronalen Bahnen sei[14].
Synästhetisches Wahrnehmen könnte demnach z.B. auch durch Kreuzaktivierung (Cross-activation) oder Hyperkonnektivität (Hyperconnectivity) zwischen oder innerhalb verschiedener Gehirnregionen geschehen. Einfacher gesagt, es könnte sein, dass verschiedene Regionen miteinander verknüpft sind.
Gewisse Meinungen gehen davon aus, dass diese Verbindungen in allen Menschen vorhanden seien, aber nicht mehr genutzt werden können. Die oben genannte Theorie mit dem Ausfall der „Beschneidung" von neonatalen (frühkindlichen) Verbindungen, passt gut ins Bild. Man hat herausgefunden, dass bei Menschen, bei denen ein Sinnesorgan ausfällt, wie z.B. durch Blindheit, plötzlich solche neuronalen Bahnen aktiviert werden. So entwickeln Blinde einen sehr ausgeprägten Tastsinn. Ob man diese durch Ausfall eines Sinnesorganes erworbene Synästhesie zu den genuinen Synästhesien zählen kann, bleibt dahin gestellt. (mehr)

Wie interagiert das Farbsehzentrum (V4/V8) bei einer synästhetischen Wahrnehmung?
Es wurde gezeigt, dass bei Synästhetikern, denen man einige Worte vorsprach, die Sehrinde im Gehirn aktiviert wird. Nicht-Synästhetiker, die versuchten, sich Farben zu Buchstaben vorzustellen hingegen, aktivierten diese Region nicht. So ist Synästhesie eine echte Wahrnehmung und kein Resultat von Fantasie oder Vorstellungskraft.

Figur 1: Grün sieht man das Zentrum für Buchstaben, Rot ist für die Farberkennung (hV4). Zwischen diesen Regionen könnten Kreuzverbindungen bestehen, welche graphemische Synästhesie verursacht.

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Figur 1: Grün sieht man das Zentrum für Buchstaben, Rot ist für die Farberkennung (hV4). Zwischen diesen Regionen könnten Kreuzverbindungen bestehen, welche graphemische Synästhesie verursacht.

Wenn man etwas sieht, dann wird der visuelle Reiz durch verschiedene Areale des visuellen Systems geschickt: V1/V2 und V4/V8. Bei Synästhetikern, welche Worte hören, wird V4/V8 (Farberkennung) aktiviert, die anderen vorgeschalteten Areale, welche für Bewegungen zuständig sind, bleiben hingegen stumm. Diese visuellen Areale sind in beiden Hirnhälften vorhanden und arbeiten eigentlich synchron. Erstaunlicherweise wurde festgestellt, dass die Farbwahrnehmungen bei Worten und Buchstaben ausschliesslich in der linken Hirnhälfte erfolgen. Ob die Tatsache, dass unser Sprachsystem auch in der linken Hirnhälfte liegt, ein Zufall oder einflussreicher Faktor ist, ist nicht erwiesen. Was ziemlich verwundert, ist die Tatsache, dass sich bei Synästhetikern, welche reale Farben sehen, nur das Sehzentrum in der rechten Hirnhälfte aktiviert und nicht in beiden Hälften, wie es bei Nicht-Synästhetikern der Fall ist. Es scheint so, als sei das linke visuelle System V4/V8 für die Buchstabenfarben reserviert. Nichts desto trotz haben Synästhetiker ein normales Farbvermögen[15]. (mehr)

Was ist ein Stroop-Effekt? (Falschfarbeneffekt)
Der Stroop-Effekt ist benannt nach dem Entdecker John Ridley Stroop. Wenn man Menschen die Wörter Blau, Grün oder Rot in diesen Farben geschrieben präsentiert, dann sind sie wesentlich schneller in der Nennung der Schriftfarbe, als wenn man ihnen die Wörter Blau, Grün oder Rot in der falschen Schriftfarbe zeigt. Diesen Stroop-Effekt macht man sich auch in der Synästhesieforschung zu nutze, nämlich wenn man Synästhetikern Buchstaben und Zahlen einer „individuell inkongruenten" Farbe zeigt[16].

Was gibt es für Untersuchungen zur graphemischen Synästhesie?
Die graphemische Synästhesie (farbige Buchstaben und Zahlen) gehört zu den häufigsten Synästhesien, und ist wohl die am besten untersuchteste Synästhesieform. Dies liegt eventuell daran, dass die Stimuli „Zahl & Buchstaben" nicht so flüchtig sind wie Musik oder Gerüche. Viele Untersuchungen wurden gemacht, und es wurde gezeigt, dass wenn ein Synästhetiker einen Buchstaben oder eine Zahl wahrnimmt, entweder gehört oder gesehen, in seinem Kopf mehrere Hirnareale aktiviert werden. Darunter auch das „Farbzentrum" (V4/V8) in der linken Hirnhälfte[15].
Eine beliebte Untersuchungsform ist der „Stroop-Effekt". Was ist ein Stroop-Effekt? Wenn man einem Probanden das Wort BLAU in gelber Farbe präsentiert und ihn fragt, in welcher Farbe es geschrieben ist, dann hat er länger bis er die Antwort gibt, als wenn er ein blaues Wort „Blau" sieht. Bei Synästhetikern kann man diesen Effekt beobachten, wenn man ihnen Buchstaben und Zahlen in den subjektiv „falschen" Farben zeigt. So konnte gezeigt werden, dass wenn Synästhetiker einen Buchstaben in der falschen Farbe sehen, länger brauchen, bis sie die geschriebene Farbe erkennen, sie erleben dann einen „Stroop-Effekt". Interessanterweise erweitern sich in solch einer Situation die Pupillen der Synästhetiker[17].
Die Frage, was für den Synästhetiker die Farbe der Zeichen ausmacht, entweder die Form oder die semantische Bedeutung (z.B. der Zahlenwert 4), konnte mittels eines Experimentes geklärt werden:
Man zeigte den Probanden Zeichen, die sich ähnlich waren: S & 5. Je nachdem, in welchem Kontext das Zeichen präsentiert wurde, hatte es entweder die Farbe der Zahl Fünf (3 4 S 6) oder die des Buchstabens „S" (WA55ER). Man schloss daraus, dass die Bedeutung des Zeichens und nicht primär die Form ausschlaggebend ist[18].

Was ist der Unterschied zwischen Projektor- und Assoziationssynästhetiker?
Es wurde festgestellt, dass es möglicherweise zwei verschiedene Typen von Synästhetikern geben könnte: Assoziationssynästhetiker nehmen die Farbe eines Buchstabens mit ihrem „inneren Auge" wahr. Sie sehen also Buchstaben auf dem Papier oder an einem Plakat nicht direkt in diesen Farben, was hingegen bei den Projektionssynästhetikern der Fall ist. Sie sehen die Buchstaben in ihren Farben. Die synästhetische Farbempfindung konkurriert stark mit der physikalischen Farbwahrnehmung. So haben sie Mühe zu sagen, in was für einer Farbe ein Buchstabe geschrieben ist, da sie vor allem ihre subjektive Farbgebung sehen[19]. Weiter wurde vorgeschlagen, dass man zwischen hohen und niedrigen Synästhesien zu unterscheiden. Ein Vorschlag ist, dass Projektor- und Assoziationssynästhetiker zu den niedrigen, respektive zu den hohen gehören. Die vorgeschlagene Hypothese meint, dass höhere Synästhetiker über eine „abnormale Kreuz-Verbindung" (abnormal cross-talk) zwischen dem angularen gyrus (angular gyrus), welcher verantwortlich ist für die Bearbeitung von Zeichen, und dem superioren temporalen gyrus (superior temporal gyrus), welcher für konzeptionelle Aspekte von Farben zuständig ist, verfügen. Bei niedrigereren Synästhetikern soll es sich hingegen um eine Hyperkonnektivität zwischen dem fusiformen gyrus (fusiform gyrus) und dem V4 Zentrum (Farbzentrum) handeln[20]. Weitere Thesen wurden zum Mechanismus von Synästhesie vorgeschlagen. Es bleiben jedoch noch viele Fragen offen. Auch die Unterteilung von Synästhetikern in verschiedene Kategorien wird teilweise noch mit Skepsis betrachtet[21].


Kann man Synästhesie abschalten?

Synästhesie kann man nicht abschalten, man kann nur den auslösenden Stimulus ignorieren. Wenn man Zeitung liest und Musik im Hintergrund läuft, dann sehen Synnies keine Farben, ebenso wie sie dann auch keine Musik bewusst hören[22].


Nimmt man Synästhesie die ganze Zeit wahr?
In Experimenten wurde gezeigt, dass Synästhetiker Farben von Buchstaben und Zahlen nur dann wahrnehmen, wenn sie ihnen Beachtung schenken [23]. Je stärker man sich eine Wahrnehmung bewusst macht, umso stärker wird die Synästhesie erlebt. Wenn man Zeitung liest und Musik hört, dann sieht man keine Farben, wie man dann auch keine Musik hört. Im Alltag ist die Synästhesie die meiste Zeit nur unterbewusst spürbar. Wer intensiver auf seine Umwelt achtet, der wird auch intensiver die Synästhesie erleben. Daher ist es wichtig, sich immer wieder mal zu überlegen, wie man eigentlich genau wahrnimmt und immer wieder in Ruhe und Bedächtigkeit zu reflektieren[22].

Nehmen alle Synästhetiker dasselbe wahr?
Grundsätzlich ist Synästhesie subjektiv, darum nimmt jeder Synästhetiker seine Umwelt individuell verschieden auf. Für den einen mag der Buchstabe A blau sein, für den anderen rot. Dies kann zu nicht enden wollenden Diskussionen unter Synästhetikern führen.
Es gibt aber gewisse Tendenzen, die man erkennen kann. So wird der Buchstaben A von Synästhetikern zu 43% rot gewählt[24].

Hat man durch Synästhesie einen Vor- oder Nachteil?
Man sagt, dass Synästhetiker öfters überdurchschnittlich intelligent und kreativ sind[2]. Synästhesie befähigt zum gleichzeitigen Nutzen von verschiedenen Hirnarealen. Sie haben oft die Fähigkeit, Nummern und Texte ziemlich schnell auswendig lernen zu können. Synästhetiker haben zusätzliche Sinne wie Bilder und Farben, die z.B. den Lernvorgang unterstützen. Neuere Studien zeigen aber, dass Synästhesie generell nicht zu einem besseren Gedächtnis verhelfen muss, ab kann[25, 26].
Unter Künstlern kommt Synästhesie auch häufiger vor[27]. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Häufigkeit von Synnies an höheren Schulen größer ist, als unter der gesamten Bevölkerung[4, 28].
Es gibt aber auch Nachteile, da synästhetisches Wahrnehmen intensiver ist. Dieser Umstand kann zu einer Reizüberflutung führen. Auch farbige Buchstaben und Nummern sind manchmal verwirrend, denn zwei Buchstaben mit gleicher Farbe können vertauscht werden. Ich kann mich erinnern, als ich Spanisch lernte: Das Wort amarillo heisst gelb, doch dieses Wort ist für mich blau. So war es anfänglich schwierig, dass Wort amarillo mit gelb zu assoziieren.
Die meisten Synästhetiker können es sich jedoch nicht vorstellen, ohne Synästhesie zu leben.


Was erlebt ein Synnie, wenn er Musik hört?

Diese Frage zu beantworten, erscheint im Grund als unmöglich. Meine eigene Erfahrung ist es, dass die Musik verschiedene Formen und Farben hervorruft, welche ich mit meinem „inneren" Auge wahrnehme. Die Musik kann ich entweder im Raum ausgeweitet sehen, oder auch in meinem Kopf, je nachdem, ob die Musik aus Lautsprechern kommt oder ich sie durch Kopfhörer höre. Musik ruft bei mir auch einen starken Geschmack hervor, welchen ich in meinem Mundraum wahrnehme. Auf synästhetischer Ebene unterscheide ich nicht zwischen riechen und schmecken. Vor allem Akkordwechsel oder Melodien rufen starke Geschmacksempfindungen aus. Die Formen sind immer abstrakt, ich kann sie aber mit meinen Fingerspitzen berühren und die Oberfläche bestimmen. Bestimmte Musik ist rau, andere glatt. In gewissen Momenten, wenn die verschiedensten Synästhesien in mein Bewusstsein greifen, erlebe ich Gefühle wie in einer Trance.
Die Musik schliesst einem ein Reich auf, welches nicht mit Worten bestimmbar ist. Es gibt auch für mich noch viel zu entdecken. (mehr)

soziales

Wie erklär ich einem Mitmenschen in wenigen Sätzen, was Synästhesie ist?
Wie wäre es mit:
Wenn ein Mensch Musik hört, dann gelangt der Akustische Reiz via Ohren ins Gehirn und die „Hörzentrale" wird aktiviert. Der Mensch hört dann Musik.
Bei einem Menschen mit Synästhesie, einem Synästhetiker, läuft das aber ein wenig anders. Der akustische Reiz gelangt via Ohr ins Gehirn und wird dort an die Hörzentrale gesendet. Aber die Hörzentrale sendet das Signal weiter an andere Areale wie das „Sehzentrum", „Geschmackszentrum" und / oder „Tastzentrum". Es entsteht eine Sinnesverschmelzung, eine Synästhesie, welche der Synästhetiker nicht mehr trennen kann.


Wie kann man herausfinden, ob jemand Synästhesie hat? (Synästhesie-Test)

Es stellt sich die Frage, wie man einen Synästhetiker erkennen, respektive Synästhesie "diagnostizieren" kann. Ein anerkanntes Mittel dazu ist der Test der Konstanz (Test of consistency), oder auch der „Synnietest". Dieses Untersuchungungsverfahren beruht auf der Tatsache, dass Synästhetiker immer die gleichen Farben für ihre Buchstaben und Zahlen wahrnehmen. Wenn man einen Synästhetiker die „Buchstabenfarben" abfragt und das gleiche nach einem Jahr wiederholt, wird man feststellen, dass er die gleichen Farben genannt hat. Ein Nicht-Synästhetiker hat kaum eine Chance, nochmals die gleichen Farben zu wählen. So kann man Synnies von Nicht-Synnies unterscheiden. Der zeitliche Abstand kann auch kürzer gewählt werden[29].
Wir haben einen Synästhesie-Test entwickelt. Es handelt sich hierbei um einen standardisierten, ausgefeilten Test, wo alle Buchstaben und Zahlen abgefragt werden. Man findet ihn hier auf synaesthesia.com.
Solche „Echtheitstests" (Tests of genuineness) kann man auch auf Töne, allenfalls sogar auf Geschmäcker ausweiten.
Wenn man mal einen Freund testen will, kann man ihn auch einfach schriftlich die Farben von Zahlen, Buchstaben, Wochentagen und Monaten aufschreiben lassen, und dies nach einiger Zeit wiederholen. Es zeigt sich, dass schon nach einer Woche die Nicht-Synästhetiker die Farben nicht mehr im Gedächtnis haben. Wichtig ist einfach, dass man den zu testenden Personen nicht verrät, dass sie zweimal „abgefragt" werden. Synästhetiker antworten meist sehr stereotypisch, d.h. sie mögen die Buchstaben und Zahlen nur in ihrer Farbe.

Hat Synästhesie einen Einfluss in der Schule?
In der Schule ist Synästhesie leider noch kein Thema. Es zeigt sich, dass es für die Entwicklung des eigenen synästhetischen Bewusstseins förderlich ist, wenn man schon früh von Synästhesie erfährt und entsprechend auf sie aufmerksam gemacht wird. Gerade Kinder haben den bewusstesten Umgang mit ihrer Umwelt, und sprechen deswegen auch auf synästhetische Erscheinungen schnell an. Die Thematisierung im Unterricht wie auch das Beachten einiger grundlegend synästhesie-typischen Eigenschaften wäre für die Synästhetiker wünschenswert. Denn man kann die synästhetischen Wahrnehmungen auch als mnemonische Technik, also Eselsbrücken, gebrauchen. Gegenteilig werden in der Schule oft Farben als Hilfsmittel hinzugezogen. Ich persönlich erinnere mich an die Farbenstäbchen, die unterschiedlich lang und in verschiedenen Farben waren. Für mich war das verwirrend, da diese Farben nicht mit den meinigen übereinstimmten. Es ist bekannt, dass das Sehen von Graphemen (Buchstaben und Zahlen) in der „falschen" Farbe bei Synästhetikern einen Stroop-Effekt, also eine Verzögerung in der neuronalen Verarbeitung auslösen kann. Deswegen ist es synästhesie-pädagogisch nicht sinnvoll, dass veranlagte Kinder mit vorgefärbten Zahlenstäbchen lernen müssen. Vielmehr sollte den Schülern selber die Farbgebung überlassen werden[22].

 

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Figur 2: Zahlenstäbchen

 

 

Diese Aussagen beziehen sich vornehmlich auf Schüler mit Synästhesie. Für die anderen Kinder können Farben als Hilfsmittel eine Stütze sein. (mehr)

Kann man generelle Aussagen über das Wesen von Synästhetikern machen?
Einzelne Stimmen haben Synästhetikern Eigenschaften wie häufige Linkshändigkeit, Mühe mit Mathematik oder Probleme mit der Unterscheidung von Links und Rechts nachgesagt[30]. Solche Beobachtungen beriefen sich aber immer nur auf einzelne subjektive Berichterstattungen von Einzelfällen. Um generelle Aussagen über Synästhetiker machen zu können, bräuchte es umfassendere Untersuchungen: Die Theorie mit der gehäuften Linkshändigkeit wurde mittlerweile widerlegt[27]. Ebenso wurde gezeigt, dass Synästhetiker sich gleichermaßen als begabt wie auch als unbegabt in Mathe bezeichneten[12].
Synästhetiker sind Menschen, die sich durch ihre unterschiedlichen Eigenschaften und Charaktere untereinander unterscheiden. Es ist nicht zulässig, Synästhetiker alle in einen Topf zu werfen.

Weiteres

Erleben Nicht-Synästhetiker auf LSD Synästhesie? (Eidetik)
Oft kann man lesen, dass Menschen, die LSD genommen haben, von synästhesie-ähnlichen Wahrnehmungserfahrungen berichtet haben. Hierbei handelt es sich aber nicht um ein Synästhesieerlebnis, wie es Synästhetiker erleben, sondern eher um eine starke eidetische Erfahrung. Eidetische Bilder werde nicht „mit dem geistigen Auge" gesehen, wie das bei der Synästhesie der Fall ist, sondern erscheinen klar vor dem Auge. Die eidetische Wahrnehmung kann mit geschlossenen Augen am besten erlebt werden. Eidetische Bilder können auch durch Psilocybinkonsum verstärkt werden.
Eidetische Bilder äußern sich entweder durch verschiedene Muster, können aber auch als klare Bilder wahrgenommen werden, manchmal sogar als „Film". In nüchternem Zustand ist es relativ schwierig, diese Bilder „herbeizuholen". Meine Erfahrung ist, dass diese Bilder meistens vor dem Einschlafen oder bei einem Dös-Zustand erscheinen.

Wie äußert sich Synästhesie unter LSD?
Oft wird LSD im Zusammenhang mit Synästhesie genannt. Wie erwähnt, berichteten LSD-Konsumenten von synästhesie-ähnlichen Erfahrungen. Es handelt sich hierbei zwar nicht um „echte" Synästhesie, vielmehr von einer starken eidetischen Wahrnehmung. Trotzdem stellt sich die Frage, was passiert, wenn ein Synästhetiker diese Drogen nimmt. Wird seine Synästhesie gesteigert oder geschwächt?
Interview1 mit einem Synästhetiker auf LSD:
Stell' dir den Buchstaben A vor, hat er eine Farbe?
„Ich kann mir das A nicht mehr in der Ebene vorstellen wie vorher. Ich sehe das A sofort vor meinen Augen, es ist ganz klar. Ich kann dem A alle möglichen Farben geben und sie passen alle. Die Ebene, in der ich mir sonst das A vorstelle, scheint wie am Grunde eines Ölbades zu liegen."
Wie sieht die Musik aus?
„Die Farben der Musik sehe ich fast nicht mehr, denn die Form ist zu hell. Die Musik hat auch fast keine visuellen Strukturen mehr. Sie hat eine sehr glatte Oberfläche."
Wenn du einer Musik-Visualisierung zuschaust, was nimmst du dann wahr?
„Ich habe einen starken Geruch und Geschmack in meinem Mundraum. Es ist überwältigend."
In der Nachbesprechung berichtete dieser Synästhetiker, dass es das Gefühl hat, dass durch LSD die visuelle Synästhesie eher gehemmt sei, dafür aber andere, wie die Sehen - Geschmacks-Synästhesie, umso stärken wirkten.
Hierbei handelt es sich um einen Erlebnisbericht, und deswegen kann man diese Aussagen nicht als ganzheitlich ansehen.


Wie lange ist Synästhesie schon bekannt?

Das Phänomen der Synästhesie ist schon seit etwa 300 Jahren bekannt. Richard E.
Synästhesie ist schon seit Längerem bekannt: Schon um 1890 wurde Synästhesie-Forschung betrieben. Leider verlor die Wissenschaft an diesem Phänomen während der Zeit des Behavourismus sein Interesse.

Ein Neurologe aus den USA machte sich in den 80er Jahren daran, dieses Phänomen neurologisch zu untersuchen, nachdem er auf einer Party einen Synästhetiker kennen gelernt hatte. Er war der Vorreiter und eine bedeutende Figur für die weitere Erforschung der Synästhesie.
Das Interesse an Synästhesie ist in den letzten Jahren stark gewachsen, und viele Publikationen wurden veröffentlich, vor allem seit dem Beginn dieses Jahrtausends. In vielen renommierten Hochschulen auf der ganzen Welt werden Untersuchungen getätigt. Man erhofft sich durch Synästhesie die Mechanismen und Vorgänge in unserem Gehirn wie auch die Entwicklung unserer Sprache besser verstehen zu können. (mehr)
In den letzten Jahren wurde auch vermehrt über Synästhesie berichtet. Kaum ein Fernsehsender, eine Radiostation oder eine Zeitung hat es sich nehmen lassen, über Synästhesie zu informieren. Leider sind die Medienberichte oft einseitig, vereinzelt auch fehlerhaft. Doch das gestiegene Interesse an diesem Thema ist sehr wichtig für die Entwicklung eines synästhetischen Bewusstseins. (mehr)


War Kandinsky ein Synästhetiker?

In dieser Frage ist man sich uneins. Synästhetiker können sich gut mit den Bildern von Kandinsky identifizieren. Einerseits wird geschrieben, dass Kandinsky zwar Farben zu Musik assoziierte, diese aber eher aus einer Kombination von seinen eigenen Gefühlen, kulturellen Neigungen und aus Mystizismen bestanden[6], und darum nicht als genuiner Synästhetiker gilt. Andere Publikationen beantworten die Frage, ob Kandinsky ein Synästhetiker war, mit einem klaren Ja[31]. Andere Meinungen befinden aber, dass Verknüpfungen auf verschiedenen Ebenen zu gleichen Ergebnissen führen können[32] Deswegen sei es nicht möglich, für verstorbene Personen aufgrund ihrer künstlerischen Aktivitäten zu bestimmen, ob es sich um genuine Synästhetiker gehandelt hat.


Haben auch andere Tiere Synästhesie?
Zuerst muss ich sagen, dass wir Menschen auch Tiere sind. Zugegeben, unsere Hirnmasse ist groß und unsere kognitiven Fähigkeiten sehr ausgeprägt. Doch das heisst nicht, dass unser Wahrnehmungsappart derjenigen der anderen Tiere überlegen ist.
Fledermäuse fliegen im Dunkeln und orientieren sich mittels Echolot. Daher wäre es doch sicher denkbar, dass eine akustisch-visuelle Synästhesie ein Vorteil wäre, die sich positiv in der Selektion zeigen könnte.
Doch leider kann man andere Tiere nicht einfach nach farbigen Buchstaben fragen. Deswegen kann man diese Frage auch nicht ganzheitlich beantworten. Aber zu behaupten, nur Menschen können Synästhesie erleben, wäre eine Anmaßung an die Komplexität der Natur.

(MJM)

 

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Referenzen
1. BaronCohen S, Burt L, SmithLaittan F, Harrison J, Bolton P: Synaesthesia: Prevalence and familiarity. Perception 1996, 25(9):1073-1079.
2. Ramachandran V, Hubbard EM: Synaesthesia - A window into perception, thought and language. Journal of Consciousness Studies 2001, 8(12):3-34.
3. Simner J, Mulvenna C, Sagiv N, Tsakanikos E, Witherby SA, Fraser C, Scott K, Ward J: Synaesthesia: The prevalence of atypical cross-modal experiences. Perception 2006, 35(8):1024-1033.
4. Mächler MJ: Ein erklingend Farbenspiel; von dem Phänomen der Synästhesie ansich und deren Einfluss auf Goethe. In. Zurich; 2004.
5. Bergmann H, Voermann M: Synästhesie - eine virtuelle Ausstelllung. 2006.
6. Synesthesia; http://home.comcast.net/~sean.day/Synesthesia.htm [http://home.comcast.net/~sean.day/Synesthesia.htm]
7. Hubbard EM, Manohar S, Ramachandran VS: Contrast affects the strength of synesthetic colors. Cortex 2006, 42(2):184-194.
8. Barnett KJ, Finucane C, Asher JE, Bargary G, Corvin AP, Newell FN, Mitchell KJ: Familial patterns and the origins of individual differences in synaesthesia. Cognition 2008, 106(2):871-893.
9. Smilek D, Dixon MJ, Merikle PM: Synaesthesia: Discordant male monozygotic twins. Neurocase 2005, 11(5):363-370.
10. Meier B, Rothen N: When conditioned responses "fire back": Bidirectional cross-activation creates learning opportunities in synesthesia. Neuroscience 2007, 147(3):569-572.
11. Day S: Was ist Synästhesie? In: Farbe - Licht - Musik: Synästhesie und Farblichtmusik. Edited by Verlag PL. Bern; 2006.
12. Ward J: The Frog who Croaked Blue: Synesthesia and the Mixing of the Senses: Routledge; 2008.
13. Hubbard EM, Ramachandran VS: Neurocognitive mechanisms of synesthesia. Neuron 2005, 48(3):509-520.
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Internet:
http://en.wikipedia.org/wiki/Stroop
http://en.wikipedia.org/wiki/Synaesthesia
http://home.comcast.net/~sean.day/html/pseudoartists.html#aKandinsky
http://homecast.net/~sean.day/Synesthesia.htm


Figures:
1: Hubbard E.M & V.S. Ramachandran
2: Mächler M.J.